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Aspern – Die Wiener Seestadt

Siemens liefert ein umfangreiches Paket an intelligenten Gebäudetechnologien für eines der größten Städtebauprojekte in Europa.

Kunde

Mit 240 Hektar Fläche ist „Aspern – Die Seestadt Wiens“ eines der größten Stadtentwicklungsprojekte in Europa. Auf einem ehemaligen Flugfeld entsteht bis 2028 ein komplett neues Stadtviertel mit etwa 10.500 Wohnungen, 20.000 Arbeitsplätzen, einem Bildungscampus, einem Gewerbegebiet und einem Forschungszentrum. Bereits heute können ca. 6.100 Menschen in den 2.600 fertigen Wohneinheiten leben und die Einkaufsstraße sowie U-Bahn- und Straßenbahnanbindungen nutzen. Auch die ersten Unternehmen haben sich schon angesiedelt.

Doch Aspern ist nicht nur irgendein großes Immobilienprojekt. Hinter all dem steht die Forschungsgesellschaft Aspern Smart City Research, ein Joint Venture aus städtischen Versorgungsunternehmen (Wien Energie und Wiener Netze), dem Projektentwickler Wien 3420, der Wirtschaftsagentur Wien und Siemens als einzigem Partner aus dem Industriebereich.

Bereits heute gibt es in Aspern 2.600 Wohneinheiten für insgesamt 6.100 Menschen Copyright: Wien 3420 Aspern Development AG)

Aufgabe

Wien möchte seinen Spitzenplatz unter den „Top 10 Smart Cities on the Planet“ ausbauen und seinen ökologischen Fußabdruck weiter verringern. Um jedoch die erreichten Verbesserungen messen zu können, muss erst einmal das aktuelle Effizienzniveau bestimmt werden. Dazu müssen verschiedene Daten aus bestehenden Gebäudeautomatisierungssystemen gesammelt und mit aktuellen Wetterdaten und Wetterprognosen verknüpft werden. Mit Hilfe dieser Informationen lassen sich die Systeme dann optimieren.

Lösung

Siemens hat dafür ein Technologie-Paket zusammengestellt, das drei Bereiche abdeckt:

  • Energiemanagement in „smarten“ Gebäuden

  • Lösungen für das Niederspannungsnetz (Energieverteilung von den Transformatoren bis zu den einzelnen Gebäuden und Wohnungen)

  • Lösungen zur Verwaltung und Nutzung der „Big Data“, einschließlich der Einrichtung eines städtischen Data Centers.

Im Unterschied zu fast allen anderen großen Städtebauprojekten müssen in Aspern alle Elemente der verschiedenen Systeme herstellerunabhängig miteinander kommunizieren und Daten austauschen können. In Aspern wird ein ganz neues Verteilnetz gebaut, das mit Hilfe von Sensoren die jeweiligen Zustände in Echtzeit überwacht. Alle diese Daten laufen dann im städtischen Data Center zusammen.

Die Integration und abgestimmte Steuerung von Energie-Erzeugung, -bedarf und -speicherung erfolgt über ein Energiemanagementsystem, um den Verbrauch zu minimieren und die Kosteneffizienz zu maximieren. Heizungen und andere Energiefresser, Automatisierungssysteme und teilweise sogar Einzelgeräte werden mit Sensoren zur Messung von Energieverbrauch und -effizienz ausgestattet. Ausgewählte Informationen wie zum Beispiel Verbrauchsprognosen werden mit Zustimmung der Gebäudenutzer an die Energieversorger weitergeleitet.

In den Gebäuden, die mit energiesparenden Technologien aus dem Joint Venture ausgestattet sind, wird ein Gebäudemanagementsystem die Verteilung der Energie aus Fotovoltaik und Solarthermie an die Wärmepumpen aussteuern. Dazu müssen Verbrauchsprognosen, Energieerzeugung und Speicherung abgestimmt werden. Das erfordert die Integration außerordentlich großer Datenmengen auf Gebäudeebene, da jeweils verschiedene Energiequellen analysiert und optimiert werden müssen.

Nutzen

Eine der vielen Besonderheiten des Living-Lab-Konzepts für die Seestadt Aspern ist, dass sich die Kosteneffizienz seines Stromnetzes nicht auf ein klassisches nachfragebasiertes System stützt. Stattdessen soll möglichst viel der lokal benötigten Energie auch vor Ort erzeugt werden. Doch dazu sind lokale Speichermöglichkeiten notwendig. Auf der nächsthöheren Ebene interagieren die Systeme mit dem intelligenten Verteilnetz, um die Abstimmung zwischen Gebäuden und Netz zu vereinfachen. Diese Herangehensweise ist viel sinnvoller als das derzeit übliche Verfahren, bei dem die gesamte Sonnenenergie, die nicht vom Erzeuger selbst verbraucht wird, zur gleichen Zeit ins Netz gespeist wird.

Daten und Fakten

Aspern – Die Seestadt Wiens

  • Fläche: 240 Hektar

  • Geplante Kapazität: 10.500 Wohneinheiten, ca. 20.000 Bewohner, 20.000 Arbeitsplätze

  • Gebäudenutzung: Wohnraum, Büros, Einkaufsmöglichkeiten, Bildung, Forschung, Gewerbe und Industrie

  • Investitionsvolumen: €5,5 Mrd., Bauzeit bis 2028

Leistungsumfang von Siemens:

  • Gebäudemanagementsysteme

  • Laststeuerung/Virtuelles Kraftwerk

  • Energieeffizienz-Projekte

  • Energieeffizienz-Services

  • Mittelspannungssysteme

  • Regenerative Energien

  • Intelligente Messgeräte

  • Totally Integrated Power